Neuroenhancement und Sucht

Energydrinks als Vorbote von Drogenkonsum?: Zwei aktuelle Studien liefern Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum von Energydrinks und dem Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Jugendlichen. Artikel auf Drugcom.de (09/2016)

Doping im Alltag - Grundlagenpapier von Sucht Schweiz: Sucht Schweiz beleuchtet Folgen und Risiken potenziell leistungssteigernder Substanzen bei gesunden Menschen und skizziert deren gesellschaftliche Rolle.  Die vielfach erhoffte Wirkung dieser Mittel ist meist nicht belegt, Fragen zur Sicherheit bleiben offen. Dazu stellen sich soziale und ethische Fragen. Das Grundlagenpapier (pdf, 10S.) bietet eine Auslegeordnung zu einer in Fachwelt und Medien geführten Diskussion. (03/2012)

Hirndoping - Lifestyle oder Suchtgefahr?: Erfolgs- und Leistungsdruck fördern riskante Lebensweisen. Gesunde Jugendliche wie Erwachsene versuchen den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Sie versuchen die Leistungsfähigkeit des Gehirns, aber auch emotionale und soziale Kompetenz zu steigern. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) rät zu Alternativen und fordert gesundheitspolitisch eine ergebnisorientierte Verhältnisprävention. Anlässlich ihres 19. Wissenschaftlichen Symposiums stellte die DHS ihr Positionspapier „Hirndoping" vor. (06/2011)

Neuro-Enhancement und Suchtprävention:Immer mehr gesunde Menschen nehmen Medikamente ein, die eigentlich für spezifische Krankheitsbilder auf den Markt kamen. Sie wollen damit eine Verbesserung ihrer kognitiven und emotionalen Funktionen bewirken. Am weitesten verbreitet ist Ritalin. Die gesellschaftliche Diskussion um das Thema Neuro-Enhancement steht noch am Anfang. Der vorliegende Bericht (pdf, 32S.) der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich entspricht einer ersten Auslegeordnung für die Suchtprävention. (06/2011)

Neuro Enhancer - SuchtMagazin 2/2010: Aus dem Inhalt: Neuro-Enhancement – Ein Überblick, «Smart Drugs» vor dem gesellschaftlichen Durchbruch?, Enhancement: jenseits von rechtlichen Bestimmungen, Neurophysiologie des Neuro-Enhancements: Möglichkeiten und Grenzen, Pharmakologie und Suchtpotential von Neuro-Enhancern, Doping am Arbeitsplatz, Pillen für den besseren Menschen: Versprechen und subjektive Wirkung, Neuro-Enhancement aus suchtmedizinischer Sicht, «Ritalin liess mich funktionieren», Risiken und Nebenwirkungen der Enhancement-Debatte. Ausgabe kann hier bestellt werden.

Publikationen

Wegweiser - Hirndoping am Arbeitsplatz: Unter Hirndoping werden Versuche zusammengefasst, die geistige und kognitive Leistungsfähigkeit mithilfe verschreibungspflichtiger oder illegaler psychoaktiver Substanzen zu steigern. Auch die Reduzierung von Ängsten und die Verbesserung der Stimmungslage sind Gründe für die Einnahme. Der Wegweiser zum Thema Hirndoping am Arbeitsplatz der "Initiative Gesundheit und Arbeit" in Deutschland informiert Präventionsfachleute über Hintergründe sowie Ansatzpunkte zur Prävention von Hirndoping. (04/2016)

Deutschland - "Hirndoping" ernst nehmen: In einer aktuellen Studie (pdf, 2S.) zum Neuroenhancement untersucht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) den Zusammenhang zwischen belastenden Arbeitsbedingungen, psychischer Beanspruchung und der Einnahme von Neuroenhancement-Präparaten. Die Studie legt nahe, dass hohe Arbeitsbelastungen nicht zwangsläufig zum Konsum von Neuroenhancement-Präparaten führen. Als wichtige Einflussgrösse für das Neuroenhancement ist die regelmässige Schichtarbeit identifiziert worden. (10/2015)

Deutschland - Knapp eine Million dopt regelmässig am Arbeitsplatz: Mit dem Gesundheitsreport 2015 (pdf, 183S.) der DAK-Krankenkasse liegen aktuelle Daten zur Verbreitung des Missbrauchs verschreibungspflichtiger Medikamente zur Leistungssteigerung unter Erwerbstätigen vor. Knapp 7 (100% = 42 Mio) Prozent geben an, wenigstens einmal im Leben pharmakologisches Neuroenhancement betrieben zu haben -“ inklusive der Dunkelziffer beträgt der Anteil etwa 12 Prozent. Der Anteil der aktuellen Verwender ist niedriger und beträgt 3 Prozent, inklusive der Dunkelziffer bis zu 6 Prozent. Regelmässige (zweimal pro Monat und öfter) aktuelle Konsumenten sind etwa 2 bis (inklusive Dunkelziffer) 3,5 Prozent. Gegenüber 2008, dem letzten Befragungszeitpunkt des DAKGesundheitsreport, hat die Verbreitung von pharmakologischem Neuroenhancement in der Arbeitswelt zugenommen. Artikel auf Zeit Online. (03/2015)

Ritalin-Missbrauch und Neuroenhancement sind wenig verbreitet: In der Schweiz entspricht der therapeutische Umgang mit methylphenidathaltigen Arzneimitteln wie Ritalin weitgehend den medizinischen Empfehlungen. Auch was den Missbrauch verschreibungspflichtiger Arzneimittel zur geistigen oder körperlichen Leistungssteigerung (Neuroen­hancement) angeht, besteht derzeit wenig Grund zu einer strengeren Regulierung. Dies zeigt ein Bericht, den das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Auftrag des Bundesrats erstellt hat. (02/2015)

Smart Drug macht nicht smarter: Als Smart Drugs werden Medikamente bezeichnet, die von gesunden Menschen missbraucht werden, mit dem Ziel, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern. Der Wirkstoff Modafinil gehört dazu. Eine neue Studie lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob Modafinil tatsächlich smarter macht. Artikel auf drugcom.de (12/2014)

Energy Drinks - Factsheet: Energy Drinks werden in der Schweiz seit den Neunzigerjahren angeboten und noch heute mehr als 20 Jahre nach ihrer Markteinführung sind ihre gesundheitlichen Auswirkungen umstritten. Es handelt sich um kohlensäurehaltige und zuckerhaltige Getränke, deren Gemeinsamkeit der hohe Koffeingehalt ist. Gemäss dem Schweizer Gesetz wird ein Energy Drink als zuckerhaltiges Getränk "mit einem Koffeingehalt über 25 mg/100 ml" definiert. Factsheet von Sucht Schweiz. (2015)

Energy Drinks - Trügerischer Kick: Jeder dritte Europäer konsumiert Energydrinks, jeder zehnte sogar vier- bis fünfmal pro Woche oder öfter. Das ergab eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die anregende Wirkung der Getränke basiert dabei auf der Kombination von Zucker und Koffein. Ein zusätzlicher Effekt durch Inhaltsstoffe wie Taurin, Inosit oder Glucuronolacton ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Untersuchung von der Österreichischen Verbraucherorganisation VKI. (05/2014)

Hirnstimulanzien: Jahresprävalenz bei Rekruten liegt bei 3%: Eine Befragung von jungen Männern während der Aushebung für die Rekrutenschule ergab, dass Hirnstimulanzien vor allem auch grosse Beliebtheit bei Nichtakademikern finden. Demnach findet der Konsum im Nachtleben eine grössere Beliebtheit als an Prüfungen. Insgesamt haben 3% der befragten Personen in den letzten 12 Monaten Hirnstimulanzien konsumiert. Artikel auf tagesanzeiger.ch (03/2014)

Die Bedeutung des Neuroenhancements in der ärztlichen Praxis: Die Studie «Die Bedeutung des Neuroenhancements für praktizierende ÄrztInnen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie sowie im Bereich der Hausarztmedizin» zeigt, dass die befragten ÄrztInnen Neuroenhancement mehrheitlich zurückhaltend gegenüberstehen, doch diese nicht grundsätzlich ablehnen. Die Entscheidung hängt vielmehr von den Alternativen, den erwarteten Auswirkungen des Leidens, der Sicherheit des Medikamentes und der Präferenz der anfragenden Person ab. Beitrag (pdf, 4S.) in der Schweizerischen Ärztezeitung (13-14/2013).

Pharmakologisches Neuroenhancement: Unter Neuroenhancement ist die Verwendung von psychoaktiven Substanzen aller Art zur Steigerung der geistigen oder kognitiven Leistungsfähigkeit zu verstehen. In der vom Robert Koch Institut (RKI) durchgeführten KOLIBRI-Studie wurden deutschlandweit Personen zum Konsum von leistungsbeeinflussenden Mitteln in Alltag und Freizeit befragt. Die Ergebnisse dieser und anderer Studien werden in diesem Infoblatt (pdf, 7S.) des RKI vorgestellt. (06/2012)

Hirndoping unter Studierenden seltener als angenommen: Medienberichte vermitteln teilweise den Eindruck, als wenn das Hirndoping stark auf dem Vormarsch sei. Berufstätige und Studierende würden immer häufiger zu verschreibungspflichtigen Mitteln greifen. Artikel auf drugom.de (03/2012)

Human Enhancement beschleunigt die Leistungsgesellschaft: Der Konsum von Human Enhancement-Produkten steigt; damit auch das Unbehagen. Medikamente werden zunehmend bei Gesunden eingesetzt, um die kognitive, emotionale und sexuelle Leistung zu verbessern. Diese Studie zeigt auf, welche Substanzen heute schon verwendet werden und wie es um den Nutzen im Alltag steht. Ferner analysiert sie, welche Risiken damit verbunden sind und wirft einen Blick auf künftige Entwicklungen. Medienmitteilung von TA-Swiss, inkl. Kurzzusammenfassung der Studie und Empfehlungen. (05/2011)

Lernen ist das beste Hirndoping: Der Kognitionswissenschaftler Ralph Schumacher hat für den Deutschen Bundestag Studien zu lernstimulierenden Medikamenten für Gesunde, so genannte Neuro-Enhancer, unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Die Wirkungen sind nicht belegt. Intelligent organisiertes Wissen und effizientes Lernen bringen weitaus mehr. Der Bericht (pdf, 104S.) für den Deutschen Bundestag von 2008 ist online erhältlich.

Enhancement-Medizin: Das Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik SGBE vom März 2008 (Nr. 56) ist zu diesem Thema erschienen und online (pdf, 32S.) erhältlich.

Intervening in the Brain Changing Psyche and Society: Publikation (pdf, 63S.) der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen